Dort, wo der angebliche Dichtestress am stärksten spürbar ist, sagten die Menschen Nein zur «10-Millionen-Schweiz». Dort, wo kaum Ausländerinnen und Ausländer leben, stimmten oftmals über 55 Prozent Ja. Dieses Paradox fällt auf, wenn wir die Resultate der rund 2100 Gemeinden betrachten.
54,8 Prozent lehnten die Volksinitiative ab – bei einer Stimmbeteiligung von 59 Prozent, fast 12 Prozentpunkte über dem langjährigen Durchschnitt. Bei dieser Vorlage ging es nicht um Nachhaltigkeit, sondern – verdeckt – einmal mehr um etwas anderes: Wir und die anderen.
Es gehört seit Anfang der Neunzigerjahre zum Playbook der SVP, diffuse Ängste zu schüren. Dazu mischten sich diesmal allerdings die realen Sorgen vieler Menschen: Sie fürchten ihren sozialen Abstieg und eine ungewisse Zukunft. Diese Sorgen sind in praktisch allen Milieus angekommen. Man sollte sie ernst nehmen – aber keine Symptombekämpfung betreiben.
Die Bewegung Courage Civil setzt sich seit ihrer Gründung vor acht Jahren u.a. für Rechtssicherheit und geregelte Beziehungen mit der EU ein. Bei der «10-Millionen-Schweiz» bzw. «Nachhaltigkeitsinitiative» wirkte sie im breiten Nein-Lager mit.
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